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Darf es ein bisschen weniger sein?

Welche Arbeit wird Tag für Tag von Millionen Menschen erledigt und ist trotzdem unsichtbar? Sorgearbeit, auch genannt Care-Arbeit. Wichtig zu wissen: Immer noch ist Sorgearbeit ungleich zwischen Männern und Frauen verteilt. Das ist ein Problem für alle. Warum? Das zeigt der Equal Care Day auf. 

Der unsichtbare Tag im Schaltjahr, der 29. Februar ist der ‚Equal Care Day‘, der auf den geringen Stellenwert unsichtbarer Arbeit aufmerksam macht. In den anderen Jahren wird der ‚Equal Care Day‘ am 1.März nachgeholt, so wie auch in diesem Jahr.

© Gleichstellungsbüro/ Elena Knoop

Was umfasst Care-Arbeit?

Care-Arbeit meint Fürsorgearbeit, wie Kindererziehung, Pflege von alten oder kranken Menschen, Hausarbeit, Ehrenamt auf verschiedenen Ebenen: professionell und privat, bezahlt und unbezahlt. Care-Arbeit wird zu 80% von Frauen übernommen und mehr schlecht als recht bis gar nicht honoriert.

Noch eine Lücke: Der Gender Care Gap
Der Gender Care Gap gibt dabei an, wie groß die Lücke der Zeitverwendung von Männern und Frauen für unbezahlte Hausarbeit und Kinderbetreuung ist. Er ist ein Indikator für Gleichstellung. Frauen wenden pro Tag durchschnittlich 53% mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer (Frauen: 4 Stunden 13Minuten, Männer: 2 Stunden 46Minuten). Er ist die Hauptursache des Gender Pay Gap und für die Tatsache mitverantwortlich, dass Männer im Lauf ihres Lebens doppelt so viel Vermögen erwirtschaften können wie Frauen.

Da geht noch mehr: Mental Load.
Wenn Care-Arbeit „unsichtbare“ Arbeit ist, wie lässt sich das noch an Absurdität steigern? Durch Mental Load, die „Last der Verantwortung“ gehört zur Care-Arbeit und ist der Anteil, der am wenigsten gesehen wird. Er bezeichnet die Last der alltäglichen, unsichtbaren Verantwortung für das Organisierung von Haushalt und Familie im Privatem, das Koordinieren und Vermitteln in Teams im beruflichen Kontext sowie die Beziehungspflege und das Auffangen von Bedürfnisse und Befindlichkeiten aller Beteiligten in beiden Bereichen.

Ein Beispiel, welches die Initiator*innen des Equal Care Days geben: „Wer ein Kind zum Termin bei der Kinderärztin bringt, übernimmt Care-Arbeit und hilft mit. Die Mental Load trägt aber die Person, die darüber hinaus die Ärztin und Adresse recherchiert hat, sich über Kinderimpfungen informiert und darüber entschieden hat, die an den Termin erinnert, ihn vereinbart, ohne dass er mit anderen Verabredungen kollidiert, die weiß, wo der Impfausweis liegt und dass das Kind für den Folgetag eine Entschuldigung fürs Schulschwimmen braucht.“ 

Im Landkreis Stade soll es bald eine Veranstaltung zum Thema Mental Load geben, weitere Informationen folgen zur gegebenen Zeit.

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