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„Hilfe bei Gewalt“: Ein QR-Code kann der erste Schritt sein

Landkreis Stade. Eine kleine Karte, ein kurzer Satz, ein QR-Code – und vielleicht der erste Schritt aus einer Gewaltsituation heraus: Gemeinsam mit dem „Netzwerk gegen häusliche Gewalt im Landkreis Stade“ hat die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stade, Elena Knoop, die neue Aktion „Hilfe bei Gewalt“ entwickelt. Ziel ist es, Betroffenen den Zugang zu Beratung und Unterstützung zu erleichtern.

Foto: Landkreis Stade/ Nina Dede

Dafür hat Elena Knoop Karten im Visitenkartenformat und Aufkleber im selben Design entwickeln lassen. Die Botschaften darauf sind klar und einprägsam: „Du musst da nicht alleine durch“, „Manchmal reicht ein erster Schritt“ und „Es gibt Wege. Auch, wenn du sie noch nicht siehst“.  

Ein Scan des QR-Codes führt direkt zu einer Website, auf der die Beratungs- und Unterstützungsangebote zu häuslicher Gewalt und Gewalt in der Partnerschaft im Landkreis Stade übersichtlich gebündelt sind. Betroffene können sich dort zunächst anonym informieren, ohne direkt Kontakt zu einer Beratungsstelle aufnehmen zu müssen. Die Angebote richten sich auch an Menschen aus ihrem Umfeld, die unterstützen möchten oder Rat suchen.

Elena Knoop entwickelte die Idee für die Aktion und setzte sie in Abstimmung mit dem Netzwerk gegen häusliche Gewalt im Landkreis Stade um. Die Karten können unauffällig in Arztpraxen, Apotheken, Rathäusern oder Bildungseinrichtungen ausliegen. „Wir wollen Betroffenen zeigen: Du bist nicht allein und es gibt Hilfe“, sagt Elena Knoop. „Für manche kann es ein erster Schritt sein, sich zunächst anonym über Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.“

Zur Aktion gehören außerdem Aufkleber im selben Design. Die ersten Aufkleber hat Elena Knoop jetzt auf den Damentoiletten im Stader Kreishaus und in weiteren Gebäuden des Landkreises angebracht. Auch weitere Einrichtungen im Landkreis sind eingeladen, die Karten auszulegen und die Aufkleber anzubringen.

Wie wichtig solche Hilfsangebote sind, zeigen die Zahlen zur Gewalt gegen Frauen in Deutschland. Jede dritte Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexualisierte Gewalt – unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status. Im Netzwerk gegen häusliche Gewalt im Landkreis Stade arbeiten seit mehr als 20 Jahren zahlreiche Einrichtungen und Institutionen zusammen, darunter das Frauenhaus und die Frauenberatung des Landkreises Stade, die BISS Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt Stade, die Beratungsstelle Lichtblick, Polizei, Jugendämter, Justiz sowie haupt- und ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte. Gemeinsam setzen sie sich für Betroffene ein, leisten Präventions- und Aufklärungsarbeit und vernetzen Hilfsangebote.

Die neue Aktion ergänzt diese Arbeit um einen weiteren Zugang zu den bestehenden Hilfsangeboten. Die Karten und Aufkleber werden über die Einrichtungen des Netzwerks und weitere interessierte Stellen im Landkreis verbreitet.

Wer die Karten auslegen oder Aufkleber anbringen möchte, wendet sich per E-Mail an das Gleichstellungsbüro des Landkreises Stade, das die Aktion finanziert: gleichstellung@landkreis-stade.de.

 

Hier gibt es eine Übersicht über die lokalen Hilfsangebote im Landkreis Stade:

www.gleichstellung-landkreis-stade.de/hilfe_bei_gewalt

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