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„Mama soll zu Hause bleiben“

Mama soll zu Hause bleiben“ – sagt jedenfalls eine Studie, über die das Tageblatt vom 21.1. berichtete.

Kurz zusammengefasst: Mütter dürfen erst ab einem bestimmten Alter ihrer Kinder „akzeptabel“ arbeiten, Väter? Kein Wort.

Wir haben 2026 – wem hilft da so eine Studie eigentlich? 

Was Familien wirklich brauchen: faire Aufteilung der Care-Arbeit zwischen Müttern und Vätern, verlässliche Kita- und Betreuungsplätze, flexible Arbeitszeiten und echte Wahlfreiheit für alle Eltern

Unser ganzes Statement auch hier:

Statement zum Tageblatt-Artikel vom 21. Januar 2026

Papa soll auch zu Hause bleiben (dürfen)

Die Studie „Mama soll zu Hause bleiben“, die am 21.1. im Tageblatt gedruckt wurde, sagt genau, ab wann Mütter arbeiten „dürfen“ – aber wessen Arbeit wird gar nicht erst bewertet? Richtig: die der Väter. Offenbar gilt ihre Erwerbstätigkeit automatisch als selbstverständlich, egal wie alt das Kind ist. Spart Aufwand, wirft aber 2026 viele Fragen auf.

Viel sinnvoller wäre, zu fragen, wie Mütter und Väter sich Erwerbs- und Care-Arbeit wirklich teilen – und wie es gerechter zugehen kann. Auch im Landkreis Stade zeigt sich: Solange Väter nicht mehr Verantwortung übernehmen, bleiben Frauen wirtschaftlich abhängig, haben weniger Chancen im Beruf und weniger Möglichkeiten politisch aktiv zu sein – oder im schlimmsten Fall eine belastende Partnerschaft zu verlassen.

Gleichstellung funktioniert nur mit Rahmenbedingungen, die beiden Eltern erlauben, frei zu entscheiden, wer zu Hause bleibt – und für wie lange. Dazu gehören verlässliche Betreuungsplätze, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, faire Teilzeitmodelle und angemessene Bezahlung auch in Berufen mit Care-Arbeit. Vor allem aber sollten Väter sich stärker einbringen – nicht nur fürs Einkommen, sondern auch für Kinder und all die Aufgaben, die sonst auf den To-Do-Listen der Frauen landen. Das sieht offensichtlich auch Minister Philippi so: In der aktuellen Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung betont er, dass eine gleichberechtigte Aufteilung der Care-Arbeit dringend nötig ist.

Die Studie selbst und die Tatsache, dass das Tageblatt sie unkommentiert veröffentlicht hat, sorgt im Landkreis nicht nur für Schlagzeilen, sondern auch für Stirnrunzeln –nicht nur bei Ruth Meyer, Geschäftsführerin des Schloss Agathenburg, die uns als Erste auf den Artikel aufmerksam machte, sondern auch bei uns Gleichstellungsbeauftragten. Der Artikel vermittelt nämlich den Eindruck, Mütter müssten sich nach gesellschaftlicher Akzeptanz richten – statt dass Rahmenbedingungen an die Realität von Familien angepasst werden. Gleichstellung beginnt dort, wo Verantwortung wirklich geteilt wird.

Elena Knoop Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stade (Initiatorin)

Mitunterzeichnet von den Gleichstellungsbeauftragten: 

Gabi Schnackenberg, Hansestadt Buxtehude
Hiltrud Gold, Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten
Daniela Subei, Samtgemeinde Horneburg
Michelle Baxmann, Samtgemeinde Lühe
Hildegard Alberts, Samtgemeinde Apensen

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Familienplanung.de (BzgA)